Ganz gleich, ob man zuhört oder selbst spielt, das Klavier ist eindeutig das Lieblingsinstrument vieler Menschen – vielleicht gilt das auch für Sie? Aber warum ist es so beliebt? In Erwartung des Weltklaviertags am 29.03. wollen wir gemeinsam darüber nachdenken – der 88. Tag des Jahres und 88 Tasten auf dem Klavier… raffiniert, oder?
Zunächst ist es sehr einfach zu lernen
Im Gegensatz zur Geige oder Flöte klingt ein Ton auf dem Klavier perfekt: Man muss nur auf eine Taste drücken. Es klingt nicht so, als ob Sie Ihre Katze abschlachten, und Sie fühlen sich nicht schwindelig, wenn Sie 5 Minuten lang in das Instrument geblasen haben, ohne einen einzigen Ton zu erzeugen. Es kann nicht jeder eine Yuja Wang oder ein Lang Lang sein, aber es ist ein befriedigendes Gefühl, sich ans Klavier zu setzen und lässig für Ihren Schwarm Für Elise zu spielen oder Twinkle, Twinkle Little Star für Ihre Kinder.
Man kann alles spielen
Kinderlieder oder klassische Stücke: tatsächlich kann man auf dem Klavier alles spielen, von Jazz bis Pop, von romantischer Musik bis Rap. Was immer auch Ihre Lieblingsmusik sein mag, es ist ziemlich sicher, dass ein Klavier dabei ist. Und außerdem ist es auch das ideale Instrument für Improvisationen und Stilmix!
Abgesehen von Musikrichtungen kann das Klavier auch verschiedene Rollen spielen, sei es als Bestandteil eines Duos, Trios, Quartetts oder einer sonstigen Formation, als Solist mit oder ohne Orchester, als Begleitung für andere Instrumente… es kann alles! Vielleicht liegt es daran, dass seine Bandbreite alle anderen Instrumente übertrifft? Das Klavier deckt nämlich sieben Oktaven ab!
Es drückt ein breites Spektrum an Emotionen aus
Wir alle sehen das Bild vor uns, wo jemand traurig aus dem Fenster schaut, draußen regnet es und im Hintergrund erklingt leise melancholische Klaviermusik. Oder Sie haben sicher schon das spritzige Stück Ragtime von Scott Joplin gehört, das sofort die Stimmung im Raum aufhellt! Das ist die Stärke des Klaviers. Je nachdem, wie Sie es spielen, können Sie die verschiedensten Gefühle zum Ausdruck bringen. Drücken Sie die Taste sanft, klingt es, als trüge der Wind die Musik zu Ihnen – leicht, fast schwebend. Ein harter, scharfer Anschlag hingegen entfesselt pure Wut, als würden Sie auf eine Computertastatur hämmern. Sie werden immer ein Klavierstück finden, das Ihrer Laune entspricht!
Es ist ein technisches Meisterwerk
Wissen Sie aus wie vielen Teilen ein Klavier besteht? Wir erwähnten schon die 88 Tasten, aber es gibt tatsächlich über 12 000 Einzelteile in einem Flügel! Sie arbeiten alle zusammen, um den wunderschönen Klang zu erzeugen, den wir kennen. Wenn man auf eine Taste drückt, dann bewegt sich ein kleiner Hammer – natürlich ein weicher, kein Hammer zum Nägel einschlagen – der gegen die Saiten schlägt und dadurch den Ton erzeugt. Wie viele Saiten gibt es? Nicht 88, wie Sie vielleicht vermutet haben, sondern etwa 230, weil mit einer Taste bis zu drei Saiten angeschlagen werden. Diese sind sehr straff gespannt: Jede einzelne Saite trägt eine Spannung von 70 bis 90 kg! Somit muss die Gesamtstruktur des Klaviers einer Zugkraft von etwa 20 Tonnen standhalten… Eine wahre technische Meisterleistung!
Es ist ein wunderschönes Kunstwerk
Eine glänzende schwarze Oberfläche, hinter der sich eine regelrechte Kraft verbirgt, ein Symbol für Eleganz und Raffinesse… wir sprechen nicht über das neueste Automodell – obwohl es auch drei Pedale hat – sondern immer noch über das Klavier! Wenn Sie sich nicht wirklich für das technische Know-How interessieren, das die Herstellung des Instruments erfordert, dann fühlen Sie sich vielleicht eher von seiner absoluten Schönheit angesprochen. Früher waren Klavierbauer wahre Künstler, die sorgfältig das Holz für ihr Instrument auswählten, es schnitzten und mit kleinen Verzierungen versahen. Manche Klaviere hatten sogar Gemälde auf dem Deckel!
Es ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur
Letztendlich lässt sich nicht leugnen, dass das Klavier den Grundpfeiler unserer Musikkultur bildet. Das um das Jahr 1700 von Bartolomeo Cristofori in Florenz, Italien, erfundene Pianoforte ist aus früheren Tasteninstrumenten wie dem Cembalo hervorgegangen. Das neue Instrument erfreute sich zwar anfangs keiner großen Beliebtheit, doch dank späterer Verbesserungen und Ergänzungen verbreitete es sich im 18. und 19. Jahrhundert in Europa und Amerika. Ende des 18. Jahrhunderts wurde es zum Eckpfeiler der europäischen klassischen Musik, bevor es sich weltweit durchsetzte. Und von Komponisten wurde es offensichtlich auch sehr geschätzt, da für dieses Instrument die meisten Stücke komponiert wurden! Vielleicht liegt es daran, dass viele von ihnen auch große Pianisten und Pianistinnen waren, wie zum Beispiel Wolgang Amadeus Mozart.